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Geschichte

Freiwillige Feuerwehr Bargen im Jubiläumsjahr 1995

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Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Bargen
aufgestellt anlässlich des 75-järigen Jubiläums im Jahr 1995

Wenn die Zeit, ein Tag, ein Jahr, sich schon so viele male wiederholt hat, dann weiß man oft nicht mehr genau, wann war es denn eigentlich das "erste Mal"? Und so geht es auch der Feuerwehr Bargen.

In verschiedenen Büchern wurde bereit´s um 1845 geschrieben, daß es in Bargen eine Bürgerwehr gab und in dieser Zeit auch eine Feuerspritze angeschafft wurde. Aber viel mehr ist den Büchern nicht zu entlocken.

Bereits nach dem 1. Weltkrieg wurden in den umliegenden Ortschaften, und so auch im Jahre 1920 in Bargen vom damaligen Bürgermeister Richter und Ratschreiber Brenner eine Löschmannschaft eingeteilt, die mit insgesamt 122 Mann ca. 1/4 der Bargener Bevölkerung darstellte. Die Leitung dieser Löschmannschaft wurde dem Schmiedemeister Heinrich Thimig übertragen. Für alle ernannten bestand eine absolute Feuerwehrdienstpflicht. Zur Bespannung der vorhandenen Feuerspritzen und Feuerleitern wurden hiesige Pferdebesitzer bestimmt und aus denen mit Wilhelm Schmitt, Karl Müller und Jakob Friedrich drei Feuerreiter ernannt.

Alamiert durch das Geläute aller Kirchenglocken, unter denkbar schlechten Voraussetzungen und ohne technische Hilfsmittel, mußten die Feuerwehrmänner ihre Einsätze bewältigen. Bedingt durch den öfteren Löscheinsatz der Mannschaften, wurden zur damaligen Zeit nur 1-2 Übungen im Jahr durchgeführt.

Im Jahre 1927 wurde bei der Fa. Metz aus Karlsruhe ein Angebot über eine Motorspritze und Mannschaftsausrüstung eingeholt, die auch später angeschafft wurden.

Mit dem Bau der Wasserleitung im Jahre 1929 wurde die Löschmannschaft aufgelöst und eine Feuerwehrmannschaft bestehend aus 2 Zügen mit 20 Mann, einer Leitermannschaft, 10 Mann einer Hydrantenmannschaft und 16 Mann einer Spritzenmannschaft durch die Gemeinde aufgestellt.

Die Anschaffung eines Hydrantenwagens, welcher heute noch Bestand ist, wurde notwendig. Die Alarmierung dieser Truppe erfolgte durch den Hornisten, dessen altertümlichen Brauch durch das wohlwollende Verständnis der Bargener Bevölkerung auch heute noch zu den Übungen bläst.

Im Jahre 1938 wurde die Pflichtwehr durch die sogenannte Freiwillige Feuerwehr abgelöst und mit Herrn Bachert und in Folge Herrn Josef Ullmer die ersten Wehrfürer bestimmt. Wie überall, so hatte auch die Wehr in Bargen durch das Einziehen vieler Feuerwehrkameraden zum 2. Weltkrieg, um ihren Bestand zu kämpfen.

1942 wurde eine Motorspritze angeschafft. In den Jahren des Krieges mußten die Frauen in der Gemeinde die Brandbekämpfung warnehmen. Nach dem Krieg wurden dann auch wieder Übungen abgehalten. Die Wehr wurde mit Uniform und Geräten ausgerüstet.

Durch die Initiative vom damaligen Kreisinspektor Schuhmacher und Bürgermeister Fritz Pipo verdankend, bekam Bargen im Jahre 1955 eine neue TS8/8 mit Tragkraftspritzenanhänger, der heute noch im Dienste steht.

Von 1955 bis 1963 hatte man in Bargen eine Feuerwehr-Kapelle. Nicht am Können, sondern an der fehlenden Räumlichkeit, mußte die Kapelle aufgeben. Noch heute haben ehemalige Mitglieder verschiedene Instrumente im Speicher gelagert.

Im Jahre 1958 schied der Kommandant Josef Ulmer aus dem aktiven Dienst. Als Nachfolger übernahm Heinrich Maßholder die Leitung der Wehr. Unter seiner Führung wurde 1963 von der Gemeinde die ehemalige Milchsammelstelle erworben und zum Feuerwehrgerätehaus umgebaut.

Im Jahre 1964 wurde Herr Josef Wüst zum Kommandanten gewählt. Am Gründonnerstag 1965 mußte die Wehr beim Brand der Dreschhalle, alle zur Verfügung stehende Mittel einsetzen um eine Ausbreitung auf das benachbarte Gebäude der Fam. Ernst zu verhindern.

Durch die Kommandoübernahme im Jahre 1966 kam mit Heinrich Joh neuer Schwung und Elan in die Wehr und den Übungen. Es wurden Lehrgänge in Bruchsal und Heidelberg besucht und auf dem dort gelernten weiter aufgebaut.

Am Karfreitag 1966 wurden die Wehrmänner zur Bekämpfung eines Schwellbrandes in den Christbergwald gerufen. Durch die Unterstützung benachbarter Wehren konnte dieser Brand in Kürze eingedämmt werden.

Ohne Feuer, jedoch um so mehr mit Wasser mußte sich die Wehr in den Jahren 1963 und 1966 mit Hochwasser auseinandersetzen. Der ansonsten so friedliche Wollenbach, überschwämmte weite Teile des idyllischen Tales. Viele Keller waren überflutet und der für Bargen wichtige Produktionsbetrieb Fa. Deutsches Metallfaserwerk wurde sehr in Mitleidenschaft gezogen.

Nach 10 jähriger Amtsführung legte Heinrich Joh im Jahre 1976 aus gesundheitlichen Gründen die Wehrführung in jüngere Hände. Mit der Amtsübernahme des noch heutigen Stellvertretenden Kommandanten Helmut Hönig wurde die Wehr regeneriert und mit einer guten Mischung von jungen und älteren Mitgliedern aufgebaut. Beträchtlich entlastet wurde der Gemeindehaushalt durch den Abbruch des alten Gebäudes hinter dem Rathaus. Ein neues Feuerwehrgerätehaus soll hier seinen Platz finden.

Mit großer Freude durften wir im März 1981 unser Tragkraftspritzenfahrzeug in Giengen abholen. Somit hatte man zum 1. Male einen fahrbaren Untersatz. Die Feuertaufe erlebte das TSF unmittelbar danach beim Hausbrand Kienz.

Das erstellte Feuerwehgerätehaus konnte im September 1981 seiner Bestimmung übergeben werden. Nicht minder an diesem Tag die Überraschung durch Bürgermeister Epp mit seinem Mitbringsel, einer neuen TS 8/8.

Den wohl schwärzesten Tag in der Feuerwehrgeschichte erlebten wir am 8.7.1982. Bei einem Verkehrsunfall, während der Dienstausführung zur Bekämpfung eines Heckenbrandes, wurden 4 Wehrmänner zum Teil schwer verletzt. Wir sind heute froh darüber, daß sich alle Beteiligten recht gut erholt haben und nach langem hin und her ab Oktober 1983 wir wieder einen fahrbaren Untersatz hatten; wobei die Fa. STAX einen entsprechend großen finanziellen Anteil bei der Ersatzbeschaffung leistete. Eine neue Schaumlöscheinrichtung wurde ebenfalls von der Fa. STAX finanziert.

Im Jahre 1984 war wohl der Großbrand bei den Metallwerken in Helmstadt das größte Ereignis der achtziger Jahre in unserer Gesamtgemeinde.

1986 konnte in Neckarelz das begehrte Leistungsabzeichen in Bronze mit einer Gruppe erreicht werden.

Am 9. Mai 1990 wurde die Wehr zu einem Brand bei der Fa. STAX gerufen. Eine schnelle und umsichtige Einsatztaktik bewahrte ein ausbreiten des Feuers und somit einen größeren Schaden.

Seit den 80-Jahren werden in Lehrgängen die Feuerwehrkameraden kontinuierlich auf neue Aufgaben geschult. Auf Unterkreisebene werden Kameraden zum Truppmann, Truppführer, Sprechfunker und Maschinisten ausgebildet.

An der Landesfeuerwehrschule Bruchsal wurden zwei neue Gruppenführer und einen Zugführer für die Wehr ausgebildet. Seit dem 1. Juni 1990 hat die Bargener Wehr auch Atemschutzgeräteträger mit entsprechender Ausbildung. Somit ist ein weiterer Grundstein gelegt für eine bessere Einsatzmöglichkeit und zum Schutz des Feuerwehrmannes.

Seit 1991 wird die Wehr von jüngerer Hand geführt. Helmut Hönig gab sein Amt in großem Vertrauen an Reinhold Arndt weiter. Bei deren Amtsantritt war deutlich zu hören, daß die Ziele der Wehr, Ausbildung, Jugend und die Ausstattung für Mannschaft, Gerät und Unterbringung weiter vorangetrieben werden müßen, damit der Fortbestand der Feuerwehr in der kleinen Gemeinde erhalten bleiben kann.

Selbstverständlich beteiligt sich die Wehr an allen örtlichen, gemeinnützigen und kulturellen Veranstaltungen sowie an Festlichkeiten der Wehren im Unterkreis und Rhein Neckar Kreis, sowie in den angrenzend benachbarten Landkreisen Heilbronn und Neckar Odenwald.

Im Jahr 1993 feierte Bargen 1200jähriges Fest. Diese große Feier wurde auch von der Freiwilligen Feuerwehr Bargen durch Aktivitäten unterstützt.

Im Dezember 1993 und noch mehr im Juni 1994, wurde nicht nur die Gemeinde, sondern das ganze Wollbachtal, Schwarzbachtal, Krebsbachtal und Elsenztal von einer verheerenden Naturkatastrophe heimgesucht. Überflutungen von Richtung Kälbertshausen, Wollenberg, der ganze Ortskern Bargen´s bis Flinsbach und weiter, hielt nicht nur die Feuerwehren in Atem. Gewaltige Niederschläge binnen weniger Stunden hat alle Bäche in Flüsse und Seen verwandelt. Tagelanger Einsatz der Feuerwehren konnte nur noch den Schaden begrenzen.

Seit dem 04.03.1994 hat die Freiwillige Feuerwehr Bargen eine Jugendwehr. Betreut wird die Jugend von Jugendleiter Peter Nötzel und seinen Helfern Gustav Streck, Thomas Hönig, Dieter Retzlaff und Manfred Hönig . Die 20 Jungen und 7 Mädchen erfreuen sich einmal die Woche an Spielen, aber auch in technischen Übungen sowie Gerätekunde werden sie unterrichtet. So daß auch die heranwachsende Wehr einmal ihren Dienst dem Nächsten bereitstellen kann.

Das Jahr 1995 steht für die Feuerwehr Bargen ganz im Lichte des 75jährigen Jubiläum´s.

Aber was sich in diesem Jahr noch wichtiges tut, ist der Umbau und Ausbau des Gerätehauses. Mit der Erstellung eines Schulungsraumes geht ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung. Weitere Zweckgebundene Einrichtungen runden die Maßnahme ab. Selbstverständlich sind die Wehrmänner mit Eigenleistungen bereit, die Kosten für die Gemeinde zu minimieren. So wurde der komplette Abriß des Dachstuhles durch Eigenleistung der Wehr vorgenommen.

Die Beschaffung eines neuen Löschgruppenfahrzeuges LF8/6 mit 600 l Wassertank steht vor der Tür. Lange herbeigesehnt, steht dieses Fahrzeug für die Erforderlichkeit, für die Gemeinde im Ortsteil Bargen.

Für uns 29 Kameraden gilt es weiterhin nach dem Grundsatz

RETTEN LÖSCHEN  BERGEN  SCHÜTZEN

zu leben und zu handeln;

... denn, stellen sie sich vor, 
wenn in ihrem Haus ein Feuer währ,
und Bargen hätte keine Feuerwehr,
was das wohl für ein Feuer währ !

So einfach diese Aussage auch erscheint, so treffend kennzeichnet sie den freiwilligen, selbstlosen Einsatz aller Feuerwehrmänner in den vorangegangenen 75 Jahren, die zu jeder Zeit bereit waren und sind, in Not und Katastrophenfällen Hilfe für den Nächsten zu leisten.

In unserer schnellebigen Zeit, wo mehr die materiellen Dinge Zählen, als die freiwilligen, ehrenamtlichen, so ist es doch bewundernswert, daß so viele Freiwillige Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden den Dienst verrichten. Es muß wohl eine gehörige Portion Idealismus dazugehören, wenn man sich freiwillig in seiner Freizeit opfert, um anderen helfen zu können.

Mit dem Wahlspruch der Feuerwehr

Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr !

schließe ich die Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Bargen und wünsche allen Festgästen einen angenehmen Aufenthalt im Kreise der Feuerwehren.

erstellt von Reinhold Arndt

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